
Scaligerkastell
ist Ausgangspunkt für Bergtouren auf den Monte Baldo, der für seine
Alpenblumengärten berühmt ist. Das intensive Licht, der Widerschein
der Sonne auf den krausen Wellen des Sees, die glänzenden Sonnenuntergänge
hinterlassen einzigartige, unwiederholbare Eindrücke. Das
Spiel aus Licht und Schatten läßt die Hänge in ihrer ganzen
imposanten Größe erscheinen, wie sie steil, nahezu bedrohlich, über
den tiefen, unzugänglichen und wilden Schluchten des Monte Baldo emporragen,
ein antikes Zeugnis für chaotische und erschütternde Naturkatastrophen,
die der rauen und strengen Umgebung, ganz im Gegensatz zum schmalen bewohnten
Abschnitt, eine Form gegeben haben, das Ergebnis aus Erdrutschen, die das Mittelmeerklima
und die langsame Arbeit der Natur und des Menschen geschmeidig gemacht haben,
mit Hängen voller Olivenbäume, Zypressen und Oleander.

In
vielen Gärten stößt man auf Zitronenbäume voll mit stark duftenden
Blüten, die durch das dichte Grün des Laubwerks durchscheinen, Überreste
alter größerer Zitronenhaine, welche die Zeit und die Ausdehnung
der Ansiedlungen unwiderruflich zerstört haben. Die ersten geschichtlichen
Angaben können um 500 v.Chr. datiert werden und beziehen sich auf feste,
organisierte Niederlassungen von Völkern etruskischer Abstammung sowie
anderer, mehr oder weniger sesshafter Sippen; nach dem Sieg des Tiberius über
die Räter im Jahre 15 v. Chr. gerieten sie unter römische Herrschaft.
Nach dem Untergang des
Römischen Reiches fielen die Ostgoten, die Alemannen und im Jahre 568
die Langobarden in das Gebiet ein, gefolgt von den Franken und den Ungarn,
die jeweils ausgedehnte Bereiche Norditaliens beherrschten und die Zeit der
Barbareneinfälle beendeten. Eine erste primitive Errichtung der Festung
durch die Langobarden scheint auf die Mitte des ersten Jahrtausends zurückzureichen; später wurde
sie zerstört (590 n.Chr.) und von den Franken neu erbaut; Dokumente belegen,
dass sich im Jahre 806 der König Pipin, Sohn Karls des Großen, im
Schloss aufhielt. Von
1277 bis 1387 gehörte das Gebiet zum Herrschaftsbereich der 'Della Scala',
die Arbeiten zur Modernisierung und Stärkung der Festung durchführten,
weshalb die Festung daraufhin ‚'Scaliger-Schloss' genannt wurde dann
ging Malcesine an die Visconti aus Mailand über (1387-1403). Die Republik
Venedig regierte Malcesine mit Ausnahme einiger kurzer Zeiträume - die kaiserliche Herrschaft
von 1506 bis 1516 und die Franzosen von 1797 bis 1798 - von 1405 bis 1797;
um das Gebiet zu kontrollieren, errichtete sie einen autonomen Organismus,
die ‚'Gardesana dell'Acqua' genannt, an deren Spitze ein von Venedig
ernannter Hauptmann, der Capitano, stand, der seinen Sitz im Palazzo dei Capitani
hatte. Von 1798 bis 1866,
Jahr, in dem Venetien dem Reich Italien angeschlossen wurde, ordneten die Österreicher
nicht nur viele Bereiche des sozialen Lebens und der Verwaltung in den vom Österreichisch-Ungarischen
Reich regierten Gebieten neu, sondern nahmen auch beachtliche Konsolidierungsarbeiten, Änderungen
und Erweiterungen am Schloss vor und verwandelten es so in eine Militärgarnison.